Seefrau & Smutje
Die Seefrau ist Seglerin seit Kindheitstagen und hat mehr Werkzeug in der Backskiste als der Motorenpapst an Bord bringt. Beruflich lebt sie noch an Land, gedanklich meist schon in der nächsten Bucht. In ihrem Kopf sprudeln die Seefrauengeschichten und im Bauch kribbelt es, wenn sie zu ihrem Smutje blickt. Das Segeln wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt und nach manchen Brückentagen kam sie als junge Matrosin sonnenverbrandt zurück an das Schulpult und legte die Entschuldigung des alten Seebären und seiner Gemahlin den Paukern vor: die Gründe für ihr Fehlen waren stets persönliche... . Ihr erstes eigenes Boot hieß Speedy Gonzales – ein tapferer Refit des alten Seebären während der langen Wintermonate, das seine erste Weltumsegelung bereits nach einer halben Seemeile hinter der Hafeneinfahrt von Burgtiefe beendete. Südstrand statt Südsee. Heute ist sie mit der Slöpendriewer unterwegs, einem Langkieler mit fast 40 Jahren unter dem Bauch und einer noch längeren Liste an Ideen. Sie ist Rückzugsort, Refit-Projekt, schwimmendes Büro und Zuhause auf Zeit, je nachdem, was der Kalender erlaubt.
An ihrer Seite: Der Smutje, zuverlässig an der Pfanne, vorsichtig an der Pinne und (noch) skeptisch beim Anlegen unter Segeln. Der Smutje kam zum Segeln über Umwege. An einem heissen Sommertag wurde er von der Seefrau in Badehose auf einen Katamaran gesetzt und preschte bei Flaute mit Anleitung eines Segellehrers durch die Bucht. Das überstanden lockte die Seefrau ihn auf ein grösseres Charterboot und schon musste er an Bord duschen und mit einer Taschenlampe nachts im Fehmarnsund die Tonnen suchen. Vom Segelfieber erfasst, kletterte er fortan die Leitern in den norddeutschen Bootshallen rauf und runter und fand mit der Seefrau das ideale Boot: die Slöpendriewer.
Für alles, was unter Deck dröhnt, bollert oder nicht anspringt, gibt’s eine Lösung – eine Seefrau, ein OM 636, ein Schraubenschlüssel. Und zur Not auch den Motorenpapst.
Und dann sind da noch der Klabautermann an Bord, der es immer wieder übertreibt und die Seefrau zum fluchen bringt, sowie Charly, der Bordhund auf Zeit. Der kann zwar nicht steuert, aber dafür die Stimmung retten.
Hier wird von Wind und Werkzeug, von Seefrauengeschichten und Bordmomenten erzählt– immer mit einer Prise Salzwasser und einem Augenzwinkern. Du möchtest mehr lesen - dann folge hier den